Eckenbrueller

Eckenbrüller #013

Wenn Musik uns inspiriert, entstehen aus Leidenschaft unvergessliche Momente

Obwohl es „Jam-Sessions“ in den USA bereits seit den 1930er Jahren gab, dauerte es bis nach dem Krieg, bis sich der Begriff dank amerikanischer Soldaten und des Radiosenders AFN auch in Deutschland ausbreitete. „Jam“, umgangssprachlich für „improvisieren“, deutet bereits an, um was es geht: Musiker, die normalerweise nicht zusammen in einer Band spielen, treffen sich spontan und machen zusammen Musik, oft auch experimenteller Natur.
Jam-Sessions gibt es natürlich auch bei uns in Forchheim und so durfte ich kürzlich zum ersten Mal bei einem solchen Event live am Schlagzeug dabei sein. Auch wenn meine Aufregung anfangs groß war – es hat unheimlich viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf das nächste Mal.

Viele Grüße
Euer Vereinsmitglied
Detlef

Eckenbrüller #012

Liebe Freunde der gepflegten Tonwiedergabe, in den zurückliegenden Tagen ist mir wieder das Buch "an affair to remember" von Dr. Burghardt Schwäbe in die Hände gefallen. Darin fand ich einen Arktikel, welcher für sich spricht und genau den Zeitgeist unserer Bemühungen um eine adäquate Musikwiedergabe widerspegelt.

Mit freundlicher Genehmigung können wir hier einen Auszug aus dem Buch "abdrucken".

Quelle: hifi tunes Das Röhrenbuch 2, Image Verlags GmbH 2010, ISSN 1866-5578, bzw. über EternalArts Shop by eBay

Phönix aus der Asche (Auszug aus dem Buch)

2. Januar 2025. Begrüßungsansprache des Firmengründers Dr. B. S.

„Meine lieben Mitarbeiter und Kollegen. 21 Jahre sind es nun her, dass wir an diesem Ort eine kleine Manufaktur errichtet haben. Früher wurde man an diesem Datum ein Erwachsener. Größer sind wir in der Tat geworden, doch Wachstum, meine Freunde, ist nie die Philosophie des Hauses gewesen. Gerade heute, wo ich die Betriebsführung in die Hände meines Sohnes Clemens und seiner jüngeren Schwester Johanna lege, fühle ich mich verpflichtet, an die Ursprünge des Unternehmens zu erinnern. An die Forscher, Erfinder, Ingenieure und meine Kunden, deren stete Inspiration mir den Weg wies. Die jüngeren von Ihnen haben die Zeit nicht erlebt, wo die Musikmedien noch nicht von Telekommunikationsgesellschaften verwaltet wurden, wo diese Versorger ihre Programme nicht durch Netze in alle Haushalte einspeisten, wo Ton und Bild, hören und sehen noch voneinander getrennte Ausdrucksformen waren und jeweils hoch entwickelten menschlichen Fähigkeiten entsprachen. Mehr als die Jüngeren vermag ich diesen Kompott sämtlicher Sinnessensationen nicht mehr zu ertragen, die abscheuliche Pürierung unseres Kulturerbes in Spots und Flashs, Synthese, Medleys verunziert mit optischen Sex- und Gewaltschocks. Diese zutiefst unschöpferische, einfallslose Zeit ersinnt nur noch täglich neue Formen der Verblödung und bedient sich als Rohstoff dazu der ungeheuren Originalität und Erfindungskraft aller früheren Jahrhunderte. Es ist ein Ragout-fin, das von der bürgerlichen Kultur übriggeblieben ist. Eine neue ist nicht zustande gekommen, nur eine Gulasch-Kanone, die einkocht und was einmal Ehrfurcht erweckend und anbetungswürdig gewesen und nun würdelos und unverdaulich geworden ist. Ich habe nichts gegen Bündigkeit und Kürze, eine Chopin-Etüde kann 90 Sekunden lang sein, aber es erleuchtet sie ein Einfall und bändigt sie ein Formsinn. Unsere Röhrengeräte wollten den großen Klang-Schöpfungen – ob sie nun von Gustav Mahler und dem Chicago Symphony Orchestra oder von Miles Davis ausgingen – einen angemessenen Übertrager schaffen. Natürlich hört man das Neujahrskonzert im Wiener Musikvereinssaal einzig authentisch. Aber was mache ich, wenn ich weit entfernt wohne, was mache ich, wenn ich das 1982er Konzert unter Carlos Kleiber mehrmals hintereinander hören möchte? Unsere Geräte wollten Musik von ihrer Gebundenheit an Zeit und Raum lösen. Wir speichern sie in einer geistigen Schatzkammer, doch wollen sie sinnfällig werden! Ein Mozart Klarinettenkonzert will singen, schmachten, klagen, tirilieren. Der Klangkünstler wiederum ist genauso mausetot ohne den Tonkünstler. Die technischen Herrschaften, die sich seit hundert Jahren die Haare ausraufen, wie man den Anschlag von Walter Gieseking konserviert. Dieser ist nämlich kein geringerer Künstler als Claude Debussy, er übt nur eine andere Kunst aus. Als Debussy sein „pour le piano“ schrieb, wusste er, warum er es so titulierte. Und nun werden sie staunen: Ich erachte mein verstorbenes Idol Julius Futterman, die Kollegen Ehrenwirth und Sawatzke aus den Jugendtagen der Zunft, ja auch meine ersten Mitarbeiter Knothe und Helfferich für Genies ihrer Kunst. Wie Walter Gieseking hauchten sie nämlich stummer, toter Malerei Leben ein. Wer Klavier spielt, weiß, wie ungeheuer schwer das ist, aber nicht jeder, der einen Schalter an meinem ersten Vorverstärker betätigt, weiß, wie viel Scharfsinn, Materialkunde und Übung, ja Übung, Versuch nach Versuch, darin steckt.

Als Julius Futterman mir 1979 dieses Wort zuraunte, das meiner Marke später den Namen gab, wusste ich noch nicht, was ich heute weiß: In der Technik gibt es, anders als man meint, so wenig Vor- und Rückschritte wie bei Bach oder Johann Strauß. Es gibt nur perfekte Ideen und perfekte Ausfertigungen. Im Schweizer Jura hat man vor zweihundert Jahren Planetenuhren von einer Fertigungsqualität gebaut, die keiner auf dieser Erde je übertreffen wird. Es ist die Vollendung und Punkt. Wenn irgendein Digitalo mir heute sagt, davon verstehe er mehr, dann tut er mir herzlich leid. Der Mann versteht gewiss das, was er kennt. Aber was kennt er schon?

Unsere Röhrenmanufaktur hat die vergangene Ingenieursleistung, den technischen Geistesblitz von anno Schnee nie als etwas Überwundenes betrachtet. Die ganze Technikgeschichte ist eine unerschöpfliche Inspiration. Allerdings nicht zum Geldverdienen. Wenn mir die smarten Heuschrecken aus der Industrie heute was von Rationalisierung erzählen, weiß ich inzwischen, was sie damit meinen. Ihre Gewinnspannen. Eine andere Ratio haben sie nicht gelernt. Bitteschön, Geldverdienen, Arbeit geben, Verkaufszahlen stemmen mag auch eine Kunst sein. Nicht, dass ich dies verachtete. Es ist nur nicht die unsrige. Was unsere Kunst zu können hat, haben mich nicht zuletzt unsere Kunden gelehrt. Da entsinne ich mich des Ehepaares Jutta und Björn Wunderlich aus Iserlohn. Die zwei hörten nur Streichquartette und soweit ich mich erinnere, nur Haydn-Quartette. Hatten so eine nette Anlage, von der die Testberichte meldeten, ihr Sound sei von absoluter Studioqualität. Sie wollten aber nicht, dass ihr Haydn wie Studio klingt, sondern wie Streichquartett und sagten mir: Entweder hören wir je nach Abmischung der Aufnahme Bratsche und Cello von rechts und 1. und 2. Geige von links, oder wir hören einen verhallten Mischklang, der alle vier Instrumente verrührt. Ein Streichquartett aber produziert, anders als ein Orchester, keinen Klang, der eine Richtung hat. Rechts-Links-Vorne-Hinten, also keine Landschaft. Es sind einzelne, die ein Zusammenspiel pflegen. Individuen in einer Interaktion. Das ist der ganze Sinn des Streichquartetts. Die herkömmlichen Lautsprecher, und vielleicht auch die Tonmeister kriegen das Paradoxon nicht hin, die Quadratur des Kreises, die Einzelheit, die zum Ensemble wird, ohne sich aufzulösen. Es bleiben Einzelne aufeinander Bezogene. Nun sagen Sie uns einen Lautsprecher, der das kann. Der keine Quelle ist, sondern Raum, und der Raum ist aus Quellen. Daraus wurde dann unser Dipol-Lautsprecher. Der Dipol ist wie die Röhre ein Prinzip aus den Anfängen der Beschallungstechnik, jetzt 100 Jahre alt und unerreicht zu dem gegebenen Zweck. Dann fällt mir der Biker Egon Süßwasser ein, der kam und sagte, er höre gar nicht mit den Ohren. „Womit denn?“ fragte ich, „Mann, mit dem Bauch!“ sagte er. „Kein Mensch hört mit den Ohren, das glauben nur die Ohrenärzte. Du hörst, oder du hörst überhaupt nicht, sondern absorbierst den Sound mit allen Organen. Das müsst ihr Murkser endlich mal kapieren. Die CD kommt an den Body gar nicht ran. Das ist Tiefkühlpizza, die kriegst du nicht runter.“ 

Als wir damals zur besseren Auslastung unserer Technik begannen, Klassiker zu restaurieren, waren Restaurateure Fachleute, die sich um Fachwerkbauten oder Fresken in der Sixtinischen Kapelle kümmerten, und ich wurde gefragt: „Wozu einen alten McIntosh restaurieren, es gibt doch genügend neue?“, war meine Antwort, “ Ja, aber die heißen nur noch so, sind es aber nicht.“ Dieses heute nahezu fanatische Restaurationsbedürfnis haben wir von der liebevollen Fummelei zu einer Wissenschaft gemacht. Dieser Betriebszweig, in dem wir heute führend im Lande sind, hat anfangs unseren Laden finanzieren müssen. Da kamen die Besitzer dieser Heiligtümer aus allen Lofts und Bungalows angereist, ob wir ihre – man muss schon sagen ‚Lebenspartner‘ – wieder flott bekämen. Vom heutigen Tage an übernimmt nun meine dynamische Tochter Johanna diese Firmensparte, die eigentlich ein vernetztes Technikmuseum geworden ist. Die Besitzer solcher Geräte sind heute eingetragen, wie zu meiner Zeit nur die Fontane-Handschriftbesitzer. Die deutschen Fabrikate, z.B. einen original „Zweiton“ darf man gar nicht mehr außer Landes schaffen. Ehe ich zum Schluss komme, - ich sehe, die ersten von ihnen haben bereits Mühe, die Augen offen zu halten – gedenke ich meines lieben Freundes Friedrich Lurch. Er hat zu unseren Betriebsgrundsätzen etwas beigetragen oder besser ausformuliert, was uns in unserem festen Glauben an die ewige Bedeutung der Röhrengerätekultur zum Leitbild geworden ist: Klang ist etwas, das man nicht nach Optimierungsaspekten betrachten sollte. Klang ist historische Botschaft und historische Sprache. Sein Kriterium ist nicht die Schönheit, sondern die Authentizität. Im Bereich der Lauten und Spinette, Schalmeien und Hörner ist das nun ja ein Allgemeinplatz. Es ist bei einer Silbermann-Orgel kein Argument zu sagen, dass eine Konzert-Orgel der Mormon Tabernacle Church weit prächtiger klinge. Ein Bach–Choralvorspiel soll vielleicht gar nicht prächtig sein, sondern innig, karg, asketisch. Dies und nichts anderes ist das authentische Klanggewand, lehrt jedes Konservatorium seit 40 Jahren. In der Tonaufzeichnung seit Beginn des letzten Jahrhunderts haben wir es mit Dokumenten der Unzulänglichkeit zu tun. Dies gemessen an einem linearen Fortschrittsbegriff. Moderne Röhrentechnik heißt nicht, jeden verflossenen Klang in den der Jetztzeit zu übersetzen. Wir verstehen ihn dadurch nicht besser, sondern schlechter. Wir sind, liebe Freunde, beileibe keine Gestern-Schwärmer. Wir meinen nicht, dass früher alles besser geklungen hat als heutzutage. Manchmal ja, manchmal nein. Jedenfalls hört sich Caruso vom Trichtergrammophon nicht besser an als so eine Heulsuse über i-Pod. Nur: was bedeutet „besser“? Auf welcher Skala wird die Verbesserungskurve angelegt? Welche Charts möchten wir knacken? ETERNAL heißt, jede Klanggestalt als in sich stimmige Aussage zu erkennen. Die Auskunft über das fixiert Verklungene. Manches ist in Mono-Armut authentischer als in Stereo-Luxus. So wie manches Filmerlebnis, das in Schwarz–Weiß besser rüberkommt als in Technicolor. Kurz, prima hören ist das eine, richtig hören das andere! Und nun alle Mann ans Buffet.“

Epilog

Von Vielen belächelt, missverstanden, oder mit Kopfschütteln bedacht. Jedoch, ohne uns Enthausiasten (gern auch die "Verrückten") für eine adäquate Musikwiedergabe gäbe es kein Bestreben nach Verbesserung, nach Erfüllung der eigenen Vorstellungen, wie Musik konserviert und wieder nutzbar gemacht werden kann. Allein dafür sollte wir Dank und Respekt den Musikschaffenden, den Ingenieuren und Tüftlern zollen.

Mehr ist dem nicht hinzuzufügen, ausser, lasst die Musik sprechen und genießt jeden einzelnen Takt / Ton.

Euer Vorstandsvorsitzender Holger Gronow

Eckenbrüller #011

Mietglieder-Versammlung

Die Tondose Mitglieder-Versammlung 🎶stand auf dem Plan!

1 Jahr wirken für die analoge Musikkultur. 

🎸 Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Die ersten eigenen analogen Aufnahmen sind auf Band aufgenommen und ganz nebenbei entstanden in der Kreativwerkstatt viele neu musikalische Ideen. 👍👏💪

Wer uns unterstützen möchte, nur zu. Mitglied werden, Spenden, Mitwirken = Alles ist möglich. 

Melde dich einfach bei uns! 

Liebe Grüße Bettina Gronow

Eckenbrüller #010

Das Deutsche Schallplattenmuseum in Nortorf – Wo die Geschichte des Klangs lebendig bleibt

Im Herzen von Nortorf in Schleswig-Holstein befindet sich ein besonderer Schatz der deutschen Musikkultur: das Deutsche Schallplattenmuseum. Es ist das einzige Museum seiner Art in Deutschland und widmet sich vollständig der Geschichte der Tonaufzeichnung – von den ersten Grammophonen bis zur Wiederentdeckung des Vinyls in der Gegenwart.

Nortorf gilt als idealer Standort für dieses Museum: Hier befand sich einst die Deutsche Grammophon Schallplattenfabrik, die bereits 1898 gegründet wurde und lange Zeit zu den wichtigsten Produktionsstätten für Schallplatten in Europa zählte. Damit steht Nortorf sinnbildlich für den Beginn der deutschen Schallplattengeschichte.

Das Museum zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie sich die Technik und Kultur des Musikhörens über mehr als ein Jahrhundert entwickelt haben. Besucherinnen und Besucher können historische Abspielgeräte, seltene Aufnahmen, alte Werbematerialien und ikonische Plattencover bestaunen. Besonders faszinierend ist der Blick hinter die Kulissen der Plattenproduktion – von der Aufnahme im Studio bis zur fertigen Pressung.

Ein Highlight des Museums ist das umfangreiche Schallplattenarchiv, das über 100.000 Tonträger umfasst – von Schellackplatten über Vinyl-LPs bis hin zu seltenen Sonderpressungen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Hörstationen, Filmbeiträge und interaktive Elemente, die das Thema auf spannende Weise erlebbar machen.

Neben der Dauerausstellung organisiert das Museum regelmäßig Sonderausstellungen, Führungen und kulturelle Veranstaltungen, die die Geschichte des analogen Klangs lebendig halten.

Das Deutsche Schallplattenmuseum Nortorf ist somit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein lebendiger Treffpunkt für Musikliebhaber, Technikbegeisterte und alle, die die besondere Faszination der Schallplatte erleben möchten.

Euer Jürgen Hering

Eckenbrüller #009

Cinema Empfehlung

Am 17.9.25 kam der Film über David Gilmours Rückkehr in den Circus Maximus in Rom mit  einem Live Konzert 2024 in die Kinos und ich schwärme noch heute von einem Seh-und Hörgenuss vom Allerfeinsten.

Entspannt in bequemen Kinosesseln, wenn schon nicht live dabei, waren alle Zuschauer gefesselt von dieser grandiosen, einfach nur guten und schönen Musik.

Regie und Kamera waren toll, ja, jeder Griff von Herrn Gilmours virtuosem Gitarrenspiel hat gesessen und er hat eine Klasseband mit so talentierten Musikern um sich herum, einschließlich seiner Tochter Romany Gilmour, Harfe spielend mit einer für mich so schönen Stimme bei der Version von „Between Two Points“.

Neben klassischen Pink Floyd Hymnen umfasste das Konzert Songs aus Davids Album „Luck and Strange“. Sicher gibt es bessere Sänger auf der Welt aber für sein Alter hat er noch eine gute Stimme.

Als Schwester eines 4 Jahre älteren Bruders, der ein absoluter Pink Floyd und David Gilmour Fan ist, bin ich schon mit 11, 12 Jahren aufmerksam geworden und natürlich gabelten sich meine Wege um ein Vielfaches, was andere gute Musik betrifft, aber auch der Sohnemann, knapp 30 Jahre jünger, nebst Freundin waren total ergriffen von diesem Konzert.

Wer diese Musik mag, sollte sich das Live Album ( Veröffentlichung am 17.10.25) holen und einfach nur genießen.

Eure Sabine

Eckenbrüller #008

Unsere T-Shirts sind da! 


Nicht nur beim Schlagzeugspielen ist genügend Bewegungsfreiheit äußerst wichtig.

Perfekt geeignet dafür und auch für vieles andere mehr sind die original Tondose e.V. T-Shirts! 

Liebe Grüße
Euer Vereinsmitglied Detlef Postler

P.S. P.S. Sei gerne bei uns mit dabei! Unseren Mitgliederantrag findest du hier: https://tondose-verein.de/ueber-uns/

Eckenbrüller #007

Wir waren Anfang April beim Analogforum der Analogue Audio Association in Moers. Dort konnten wir einen Beitrag zur Musikproduktion des neuen Albums von Leslie Mandoki (Mandoki Soulmates) hören. Bezeichnend war, dass Leslie begeisternd von den Möglichkeiten und dem Ergebnis analoger Musikproduktion sprach.
Passend dazu bin ich im Fachjournal "studio magazin" über das Editorial des Chefredakteurs Fritz Fey "gestolpert" Darin wird ziemlich genau das Wesen einer analogen Musikproduktion beschrieben. Mit freundlicher Genehmigung dürfen wir diesen Beitrag hier zitieren und bedanken uns bei Herrn Fey.

Liebe Grüße
Euer Vorstandsvorsitzender - 11. August 2025 

Malen nach Zahlen
Fritz Fey Chefredakteur

Ich leide unter einem extrem schlechten Orientierungssinn – und ich meine wirklich ganz schlimm schlecht. Mit einem Navigationssystem ausgestattet bewege ich mich dennoch souverän durch das Straßennetz einer fremden Stadt – sogar nachts. Ich bin praktisch der lebende Beweis dafür, dass Technologie uns befähigen kann, eigene Schwächen zu überwinden. Trotzdem würde ich nie behaupten, mich in einer Stadt auszukennen. Ich bewege mich zielgerichtet – aber nicht bewusst. Ich komme an – aber ich verstehe nichts vom Weg. So ungefähr bewerte ich heute die Voraussetzungen für die 'moderne' Musikproduktion. 

Was einst als sensibles, rollenverteiltes Wechselspiel aus Erfahrung, Intuition und persönlicher Handschrift galt, wird zunehmend durch visuelle Kontrolle, Targets und automatisierte Entscheidungssysteme ersetzt. Im Zentrum dieser Entwicklung steht ein bemerkenswerter Widerspruch: Noch nie war der Zugang zu professionellen Werkzeugen so niedrigschwellig – und zugleich der Abstand zu einer individuellen Klangsignatur so groß. Die Hilfsmittel sind vielfältig und versprechen dem ambitionierten Einsteiger, ihn so wie die erfolgreichen Chartstürmer klingen zu lassen. Aber selbst wir Profis laufen zunehmend Gefahr, das Wichtigste zu vergessen, was wir bei Aufnahme, Mischung und Mastering zur Verfügung haben - unsere Ohren.

Bevor KI-gestützte Plug-Ins mit vollmundigen Versprechungen auf den Markt drängten, gab es schon Analyzer, Match-EQs und die grafische Darstellung von Filterkurven, die uns in die Verlegenheit brachte, zu entscheiden, ob eine 'komisch' aussehende EQ-Kurve gut klingen kann. Wer hat sich schon selbst dabei erwischt, eine Anhebung etwas zurückzunehmen, weil die Kurve zu dramatisch aussah? Was gut klingt, muss schließlich auch gut aussehen. Wir orientieren uns an LUFS-Targets und übertreffen diese aus Angst zu 'leise' zu sein. 

Wir analysieren das Spektrum eines Erfolgstitels und verbiegen unsere eigene Mischung mit einem Match-EQ. Bevor wir als Profis also den Finger heben, sollten wir selbst darüber nachdenken, inwiefern Analyse-Werkzeuge uns davon abhalten, so zu klingen, wie es unsere Ohren eigentlich gewollt hätten. Inzwischen entscheiden KI-Plug-Ins den Klang einer Produktion für diejenigen, die unsicher sind. Die eigentliche Kontroverse liegt nicht in der Existenz dieser Technologien, sondern in ihrer unhinterfragten Dominanz. Werkzeuge, die ursprünglich als Hilfsmittel gedacht waren, entwickeln sich zu Autoritäten. Was dabei verloren geht, ist nicht nur der künstlerische Zufall, sondern auch das Risiko, sich klanglich zu irren – und aus diesem Irrtum etwas Eigenes entstehen zu lassen.

Stattdessen bügelt der dynamische EQ automatisch Unebenheiten im Spektrum aus oder der Mastering-Assistent vergleicht meinen Mix mit dem Best-Of-Charts-Angebot und presst ihn in eine Form spektraler und dynamischer Statistik – messbar, vergleichbar, uninspiriert von Emotionen.  Wir geben schrittweise Verantwortung an Assistenz-Software ab, die für uns bestimmt, was gut klingt. Diese Entwicklung geht tatsächlich über eine 'Erweiterung' des kritischen Hörens hinaus – unsere Ohren werden ersetzt. Das Vertrauen in eigene Klangvorstellung wird von dem Wunsch unterwandert, es 'richtig' machen zu wollen – auch wenn 'richtig' ein algorithmisch generierter Durchschnitt ist. Dabei soll nicht in Abrede gestellt werden, dass moderne Hilfsmittel enorme Vorteile bieten, solange man als Anwender die Kontrolle behält. Musik entsteht nicht aus Effizienz, sondern aus Unsicherheit, Neugier, Wagnis. 

Sie lebt nicht von Optimierung, sondern vom Charakter. Die Demokratisierung von Technik, der Zugang zu professionellen Bearbeitungswerkzeugen und die Möglichkeit, auch unter widrigen Umständen zu überzeugenden Ergebnissen zu kommen, mit virtualisierter Regieraumakustik über den Kopfhörer, sind reale Errungenschaften. Trotzdem sollten wir immer im Auge halten, dass kein KI-Assistent dieser Welt weiß, was für einen Song emotional wichtig ist. Er kann (bisher) nur etwas nachahmen, das es schon gegeben hat.

Eckenbrüller #006

Buchempfehlungen


Die vergangenen Jahre unseres Musikgenusses von der Konserve sind eng mit der analogen Aufzeichnungstechnik - dem Tonband - verbunden. Zwei empfehlenswerte Bücher geben einen umfassenden Einblick in diese faszinierende Technik der Musikaufzeichnung. 

Zum einem das Buch „Die analogen Hitmaschinen“ von Karl-Hermann von Behren (erschienen am 27.08.2004, ISBN-103-9807636-4-1, ISBN-13978-3-9807636-4-6), 

sowie „an affair to remember“ von Burkhardt Schwäbe (EternalArts https://audioclassica.de/de/eternalarts.html).

Liebe Grüße
Euer Vorstandsvorsitzender - 09. Juli 2025

Eckenbrüller #005

Zugegebenermaßen - ich mochte schon immer urige Musikkneipen, ausgefallene Clubs und Locations, die etwas aus der Reihe tanzen.

Aber dieser Abend in der kleinen Weltlaterne war etwas ganz besonderes. Und das nicht nur, weil das Personal meine Bestellungen trotz meiner Herkunft ohne große Nachfragen richtig aufnahm :-). Nein, dieser Ort hatte etwas magisches und hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Waren es vielleicht die vielen alten Emailleschilder, auf welchen die Gäste unter anderem vor dem Holzhauen und Koksklopfen im Keller gewarnt wurden? Oder war es der eindringlich-verführerische Blick von Ingrid van Bergen an der Wand? Ich kann es nicht mehr genau sagen... 

Was ich jedoch sicher sagen kann, ist, dass mich Jürgen Bailey mit seiner Band gefesselt hat. Es war schlichtweg ein Genuss für Augen und Ohren und das sah man allen Gästen an. So konnten es nur wenige sitzend auf ihren Stühlen aushalten - der Rest verwandelte den Eingangsbereich der Laterne in eine ausgelassene Tanzfläche.

Laterne, wir kommen wieder!

Liebe Grüße
Euer Vereinsmitglied Detlef Postler - 26. Juni 2025

Eckenbrüller #004

Es gibt Situationen, die erfordern unbedingte Aufmerksamkeit. Das trifft insbesondere auch auf die Stromversorgung unserer so geliebten HighEnd- und HiFi-Geräte zu.

Dass man dafür auch so richtig zulangen kann, zeigen diese Aufnahmen. Blöd nur, wenn der Weg zur Steckdose dann wieder alles in Frage stellt ;-)

Gesehen bei einer Vorführung wirklich exzellenter Geräte namhafter Hersteller.

Wir meinen, wenn schon, dann auch konsequent bis rein in die Steckdose. Auch wenn es nur um eine Vorführung geht, oder gerade deswegen.

Euer Vorstandsvorsitzender 
Holger Gronow

5 & 6. April 2025

Eckenbrüller #003

Als es noch kein „digital“ gab…
…dafür aber psychedelische Tapetenmuster...

Aus dieser Zeit stammt meine erste Begegnung mit der Tonband-Technik durch meinen Opa. Was haben mich damals die drehenden Tonbandspulen fasziniert, ja förmlich hypnotisiert, als ich einfach nur vor dem Tonbandgerät stand und die Technik bewunderte…

Anfangs durfte ich zwar nur passiv an dieser Erfahrung teilhaben, später aber schätze mein Opa meine Fingerfertigkeit und ich durfte im Falle von Beschädigungen seine Bänder kleben und reparieren. Seine berühmte BASF-Hobby-Box und seinen BASF-Tonband Brevier von 1965 (!) besitze ich übrigens heute noch, was eine schöne Erinnerung an diese spannende analoge Zeit für mich ist.

Das hat natürlich tiefe Spuren hinterlassen, und so bin ich immer noch ein Anhänger der analogen Musikaufzeichnung, auch wenn „digital“ bereits seit langen Jahren Einzug in unseren Alltag gehalten hat.

Liebe Grüße
Euer Vereinsmitglied Detlef Postler - 7. März 2025

Eckenbrüller #002

Es war einmal August 2022, mitten im damaligen Büro von Herrn Holger Gronow. Überall standen seltsam aussehende Geräte herum und das war mir damals schon aufgefallen, es wurden immer mehr. 

Also fragte ich Herrn Gronow/ meinen Vater, was er denn damit vorhat und wozu die gut sein sollen? Seine Antwort: “zum Aufnehmen”. Daraufhin fragte ich ihn, ob man damit auch Texte aufnehmen könne? Seine Antwort: "ja". Gesagt, getan.

In den nächsten Wochen schien die Besorgungs-Lust von meinem Vater ins Unermessliche zu steigen und ein paar Wochen später hatte ich Kopfhörer auf, stand vor einem Mikrofon - bei dem man gefühlt einen Wimpernschlag hören konnte - und las Texte vor. 

Und jetzt bist Du dran! Welches musikalische Stück möchtest du gerne einmal von dir aufnehmen und natürlich auch anhören?! 

P.S. alles ist möglich, du wirst dabei sicher über dich hinauswachsenund viel Spaß haben. 

Liebe Grüße, Bettina Gronow

P.P.S.

Unser kleines Musikstudio soll nur das gesamte Thema dem Interessierten nahe bringen - und wir wollen selbst vor allem Spaß dabei haben. Euer Vorstandsvorsitzender Holger Gronow

Eckenbrüller #001

Heute habe ich mal wieder in verschiedenen Journalen und Magazine gestöbert. Fast durchgängiger Tenor: Verfall der Musik- und HiFi-Kultur!

Ist das so? Ja, man kann feststellen, dass für Hifi-Technik / Geräte  und physische Medien immer weniger ausgegeben werden. Aber warum ist das so? 

Antworten findet man z. B. eben in diesen einschlägigen Journalen und Magazinen. Dort werden hochpreisige Geräte gehuldigt. Welcher interessierte Hörer ist denn wirklich bereit, für einen CD-Player knapp 9.000,- EUR auszugeben? Oder für einen Phono-Preamp über 4.000,- Euro?

Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass sich die Branche selbst in Schwierigkeiten bringt und dabei noch von der Presse unterstützt wird. Jeder, auch nur ansatzweise interessierte Hörer, kapituliert vor diesen Zahlen und wendet sich wieder seinen Ohrstöpseln zu. 

Immer nach dem Credo, “hört sich doch gar nicht so schlecht an".

In diesem Sinne, es gibt viel für uns zu tun!

Euer Vorstandsvorsitzender 
Holger Gronow

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