Essentials

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- Hype Tonband -

Der Hype um das Tonband nimmt kein Ende. Oder ist das alles nur Marketing, um ein Marktsegment künstlich zu kreieren? 

Unklar, denn ein wirtschaftlicher Markt wird daraus kaum wohl entstehen. Weshalb? Einfach weil die Kosten zu hoch sind! Wer sich mit der Materie auseinander setzt, kennt die Zahlen: 

  • 1100m Tonband vom Typ RTM SM911/900/468 kosten, incl. VAT und Transport, rund 71 EUR 
  • Max. Spieldauer bei High Fidelity Aufnahmequalität (15 Ips / 38cm/s) max. 46 Min, sprich rd. 1,73 EUR/Min! 
  • Kaufpreis für eine Masterbandkopie auf vergleichbarem Material nicht unter 200 EUR/Band (10" Tape auf Alu-Spule, ca. 33 Min. Spieldauer) 
  • z.B. Masterbandkopie von Lori Liebermann, Perfect Day auf LPR90 / 15IPS (noch nicht einmal auf Studiomasterband SM900/911, welches bei gleicher Länge 10 EUR teurer ist)

für unglaubliche 480 EUR! Auf Studio-Masterband SM900 kostet das Tape dann 570 EUR. Spieldauer rd. 32 Min. 

Wo also soll sich da ein Markt entwickeln, der einer breiten Kundschaft zugänglich ist? Sicher nicht. Die Angebote richten sich an einen Personenkreis, der schon Im Besitz des entsprechenden Equipments ist und die notwendige Kaufkraft besitzt. 

Was bleibt also einen Freund des Tonbandes, welcher im Besitz einer gut gewarteten, revidierten BAndmaschine ist? Selbst aktiv werden. Und genau da bieten sich Möglichkeiten, die mehr als nur als Spinnerei abgetan werden kann. 

Gehen wir mal davon aus, dass eine solche Bandmaschine euer eigen ist. Egal ob nun Revox, Otari, Studer, Telefunken usw., Hauptsache ist, dass die Bandmaschine auch die Bandgeschwindigkeit 15 IPS "fahren" kann. Weshalb? Man kann sicherlich auch mit 7,5 IPS arbeiten. Aber dann lohnt sich der ganze Aufwand meines Erachtens nicht mehr, um "besser" zu klingen, wie die weitaus günstigeren Datenträger (Vinyl, CD, oder digital).

Also zurück auf 15 IPS. Für das Bandmaterial rechnen wir mit 49 EUR / 33 Min. Dazu rechnen wir eine Leerspule aus Al. Durchschnittlich mit 55 EUR / Spule ist zu rechnen. Bedeutet, nur der Materialeinsatz schlägt bereits mit 104 EUR / 33 Min. zu Buche! 

Und jetzt fehlt uns noch das Wichtigste, das Ausgangsmaterial! Tja, das wird es jetzt schwierig. Es gibt sie, die Master-Files der Major-Labels. Master-Files? Ja, richtig gelesen. Praktisch alle Labels sichern heutzutage ihre Aufnahmen digital. Entweder als hochauflösenden PCM-File (bestenfalls als DXD-File). Oder im DSF-Fileformat (DSD als Konsumer-Vertriebsvariante). Das Problem bei diesen, von den Anbietern ausgewiesenen HighRes-Audio Files, ist, dass wir nicht das Ursprungsmaterial kennen, von dem dieses Abbild erstellt wurde. Wir wissen also nicht mit Sicherheit, oder das wirklich ein 1:1 Abbild des Masterbandes ist, oder ob es sich bereits um ein Produktions-Master (z.B. für die CD-Produktion) handelt. Wir können nur den Aussagen der Anbieter folgen. Allerdings, es gibt Labels, die von sich aus schon um einen Produktions-Masterles direkt vom Master erstellt wurden, oder vielleicht sogar direkt als digitales Master erstellt wurden. Man muss also vertrauen. Insbesondere bei Aufnahmen bis ca. Anfang 1990 war das Aufnahmemedium das Tape. Erst später setzte sich die digitale Form durch. Bedeutet, wenn sogenannte Master-Files angeboten werden, ist der Ursprung immer ein Tape, nur aus welcher Produktionsstufe wissen wir dann noch immer nicht. 

Egal, gehen wir mal davon aus, man hat sein gewünschtes Album nun als digitales Abbild vorliegen. Wie nun weiter. Im einfachsten Fall wird nur noch ein guter Digital-Analog-Wandler benötigt, und die Überspielung kann erfolgen. Je nach Hardware der Bandmaschine und dessen magnetischen Bandflusses bei Leitungspegel (257/320/510 nWb/m) ergibt sich die nutzbare Dynamik. Gut eingemessene und revidierte professionelle Bandmaschinen besitzen einen max. Dynamikumfang von 60-66 dB (ohne Rauschunterdrückungssysteme), im Heimgerätebereich liegt dieser bei 55-65 dB. Entscheidend für die Ausnutzung dieses Dynamikbereiches ist die Bandqualität (für das Grundrauschen verantwortlich) und der max. Aussteuerungspegel. Bei Bandmaschinen mit einem Bandfluss von 510 nWb/m liegt dieser um 4 dB über dem einer Bandmaschine mit Bandfluss 320 nWb/m. Also auch ein um 4 dB größerer Dynamikumfang.

Einen weiterführenden Artikel dazu findet ihr auch bei Claus Müller / audio tape review
(https://www.audiotapereview.com/2022-02-pegel)

Beginnen wir also jetzt die Überspielung. Ein PC / Mac sendet da digitale "Rohmaterial" an den DAC. Von dort aus zur Bandmaschine, die wir so aussteuern, dass die Peak-Anzeige nicht, oder nur ganz selten aufleuchtet. Erlaubt ist theoretisch im analogen Bereich alles, was die Bandmaschine und das Bandmaterial hergeben. Wichtig ist nur, keine Verzerrungen (Übersteuerung) zuzulassen. In solch einem Fall die Aussteuerung zurücknehmen und noch einmal von vorn. Euer Gehör ist der Indikator, nicht die Messanzeigen, sie sind nur Hilfsmittel!

Das Ergebnis wird euch überzeugen. Man kann, wenn man es wirklich darauf anlegt, Vergleiche starten. Man kann sich das aber auch sparen. Die Bandaufnahme wird immer angenehmer, entspannter, audiophiler klingen wie das Ausgangsmaterial. Das haben wir mit etlichen (über einhundert) Überspielungen durch. Zur Wahrheit gehört aber auch, die ganze Kette muss "sitzen". Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass wir auch HighRes-Audiofiles erworben haben, die digital noch ganz manierlich klangen, allerdings nach der Überspielung auf das Tape alles (fehlende) entlarvte und somit seinen Anspruch nicht gerecht wurde. Aber, das ist bei Tapes egal, wir können es ja wieder neu mit audiophilem Material bespielen. 

Abschließen noch ein kleines Rèsümè: 

Mit exzellentem, digitalen Ausgangsmaterial, einer hervorragend kalibrierten Bandmaschine (bei mir Studer A807) und einem Tape RTM SM911 (ich bevorzuge das wegen seiner guten Archivierungseigenschaften und der hohen Pegelfestigkeit) ergibt sich eine Überspielqualität, die keiner professional hergestellten Masterbandkopie aus dem Weg gehen muss. Im Gegenteil. Ich habe Masterband-Kopien im Archiv, die lange nicht an den audiophilen Klang meiner Überspielungen herankommen. Das lag sicherlich nicht am Bandmaterial, oder an der Bandmaschine. Hier wurde beim Mastern halt eben nicht ausreichend audiophil gearbeitet. Wo wir nun wieder am Anfang angelangt sind, dem Ausgangsmaterial. 

In diesem Sinne 

Schönes analoges Hören
Holger Gronow

 

Copy Tools

Recording Tools

Documentation Label

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- digitale Masterfiles -

Auf vielen Plattformen werden sogenannte Masterfiles als Download angeboten. Doch was sind eigentlich digitale Masterfiles?

Im Grunde sollten das 1:1 Abbilder des Originals, dem musikalischen Ursprung entsprechende, sein . Aber weshalb Abbilder? Nun, für Diejenigen, so wie wir, die auf analoge Musik-Produktion und -Reproduktion stehen, ist digital produzierte Musik nicht das, was wir uns im "musikalischen Orbit" vorstellen. Das bedeutet nicht, dass heute digital produzierte Musik nicht hörenswert wäre. Aber, wir bevorzugen eben jene analoge Musikkultur, die uns bis heute erfreut und geprägt hat.

Nein, wir konzentrieren uns auf den Ursprung der Musikprodktionen. Von Hand gemacht, mit viel technischen Aufwand "eingefangen" und festgehalten. Und da sind wir beim Ursprung der hochwertigen Musikaufzeichnung, dem Tape / der Bandmaschine.

Nur, diese Bänder werden heutzutage wie Augäpfel gehütet und bleiben in aller Regel der Nachwelt "verborgen". Es gibt jedoch Labels, die sich darauf spezialisiert haben, uns ein 1:1 Abbild von den ursprünglichen Masterbändern in digitaler Form als Download zur Verfügung zu stellen.

Ein solches Label ist 2xHD (https://2xhd.com/analog-tapes/about.html). Die dort mit immensen Aufwand hergestellten Master-Files sind allererste Güte. Natürlich ist das auch vom Ursprungsmaterial abhängig, aber... So z.B. die Aufnahmen von Ben Webster (Ballads). Diese digitalen DSD-Masterfiles wieder zurück auf Tape überspielt, und man meint direkt dabei zu sein! Und, das sind Live-Aufnahmen von 1964-1973! Alle auf Tape verewigt.

Quelle nebenstehender Abbildungen: Booklet der Ausgabe

Übrigens, für alleTape-Freunde. 2xHD liefert auch Reel2Reel Kopien (https://2xhd.com/catalogue.html) auf Tapes von RTM (SM900) auf Spulen der Feinwerktechnik Allgäu GmbH. Zu finden im eBay-Shop von Tonbandspule (https://www.ebay.de/str/tonbandspule). Gleiches Material benutzen auch ich für die analogen Schätze.

In diesem Sinne, immer schön analog bleiben.

Euer Vorstandsvorsitzender, Holger Gronow

Nachtrag:

SPEAKERS CORNER erklärt sehr ausführlich die Herkunft und Verwendung des Ursprungsmaterials für ihre Produktionen. Das würde man sich von allen Labels / Produzenten wünschen. Nachzulesen unter:

https://pure-analogue.com/de/pure-analogue

https://pure-analogue.com/de/das-tonband/

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